Home/Länderdaten/Russland
 
Russland

Länderdaten Russland
Российская Федерация

 

 

Die Forst- und Holzwirtschaft in Russland

Die russische Forst- und Holzwirtschaft wird in den kommenden Jahre zu den weltweit am schnellsten Wachsenden gehören. Die gefühlte politische und wirtschaftliche Stabilität führt zu weiterhin steigenden Direktinvestitionen, mittel- bis langfristig in die Papierindustrie und gegenwärtig in die restlichen Sektoren der holzverarbeitenden Industrien. Zusätzlich wird der Ausbau des Forststraßennetzes forciert, und alle Kostenfaktoren für die Holzbranche werden mittelfristig stark zunehmen. Die hohen Inflationsraten sind eine Gefahr für die russische Wirtschaft generell. Die relevanten Kostensteigerungen für die Holz verarbeitende Industrie waren Faserholz +43%, Gas +60%, Strom +13%, Treibstoff +80% und Schienentransporte +11%.

Das Gesamtwachstum der russischen Holzindustrie betrug im Jahr 2006 102,0 %, im Vergleich dazu betrug das Wachstum im Jahr 2005 104,2 %. Es zeigt sich, dass die Holzindustrie im Vergleich zu anderen, sich dynamisch entwickelnden Wirtschaftssektoren weniger stark wächst. Dies ist auch auf ineffizientes Management der Waldressourcen zurück zuführen.

 

Waldbestand in Russland

Russlands Wälder erstrecken sich auf einer Fläche 780 Mio. ha (73 % wirtschaftlich genutzt), mit einem Holzvorrat von 82 Mrd. fm die weltweit größten Holzreserven. Der Zuwachs betrug 2006 995 Mio. fm, das entspricht dem österreichischen Gesamtvorrat, bei einem Hiebsatz von 530 Mio. fm. Der Nadelholzanteil beträgt über 70 %. Die Hauptbaumarten sind Lärche (35 %), Kiefer (18 %), Birke (16 %) und Fichte (10 %). Über die Hälfte des Nadelholz-Vorrates ist über 100 Jahre alt und wächst überwiegend im fernen Osten des Landes, welcher am wenigsten erschlossen ist. Die Rundholzproduktion erreichte 2006 190 Mio. fm. Der Export stieg zwischen 1998 und 2006 um 256 % und machte 2006 51 Mio. fm aus. Die Hauptabnahmeländer waren China mit 20 Mio. fm gefolgt von Finnland mit 15 Mio. fm.

Länderprofil Russland:

Fläche: 17.075.400 km², davon in Europa: 3.952.550 km²,
in Asien: 13.122.850 km²

Bevölkerung: 142,4 Mio Einwohner

Hauptstadt: Moskau

Waldanteil: über 50% (ca. 780 Mio Hektar)

Laubwald: 30%

Nadelwald: 70 %


 

Waldnutzung in Russland

Als Hauptgrund für die geringe Nutzung des Hiebsatzes geben Experten die schlechte Infrastruktur und Aufschließung an – geschätzte Forststraßendichte 2 bis 5 lfm/ha (Österreich: 36 lfm/ha). Das Straßennetz misst geschätzte 1,2 Mio.  km, wovon 80 % unbefestigt und nur im Winter befahren werden können. Schätzungen zu Folge könnte sich mit jedem neu gebauten Kilometer die Nutzung um bis zu 20.000 fm erhöhen. Zusätzlich sind die Erntemaschinen veraltet, und die Arbeitsverfahren weisen eine geringe Produktivität auf. Die Holzernte wurde in den vergangenen Jahren zu 97 % an über 3000 Holz verarbeitende Unternehmen und an über 30.000 Dienstleister privatisiert, und ein neues Forstgesetz soll die Holzernte weiter verbessern. Ein weiteres Problem stellen die illegalen Einschläge dar.

Daten der Wirtschaftskammer Österreich/ Außenwirtschaft      

Wirtschaftsreport Russland

pdf download

Produktion

Mit über 20.000 Sägewerken wurden 2006 22,5 Mio. m³ (+3,3 % gegenüber 2005) Schnittholz produziert, davon waren 88 % Nadelholz. Der Export betrug 16,1 Mio. m3 (+7,6 % gegenüber 2005, 43 % der Gesamtproduktion) und konzentrierte sich auf Ägypten (10 %), China (10 %) und Japan (6 %). 23 % der Ausfuhren wurden in den ehemaligen Sowjetrepubliken abgesetzt. Der Inlandsbedarf belief sich 2006 auf 6,6 Mio. m3 (–9 %; 30 % der Gesamtproduktion). Der Hauptabnehmer für Schnittholz war die Bauwirtschaft. Insgesamt sank jedoch der Inlandskonsum zwischen 1998 und 2006 um 52 % – trotz des in Russland allgegenwärtigen Baubooms.

In Russland sind rund 25.000 Unternehmen in der Holzerzeugung tätig. Insgesamt verfügen sie über Kapazitäten für die Produktion von 34,6 Mio. cbm jährlich. Das Marktvolumen für Holzprodukte wird auf über 14 Mrd. US$ geschätzt. Über die Hälfte aller in Russland produzierten Holz-, Furnier-, Sperrholz- und Spanplatten wird in Minisägewerken mit einem Output von bis zu 5.000 cbm pro Jahr hergestellt. Auf größere Holzfabriken (bis zu 100.000 cbm jährlich) entfällt ein Marktanteil von gerade einmal 5 %. Nur jeder 20. Betrieb in Russland verfügt über eine Bandsäge zur Verarbeitung kompletter Baumstämme, gerade einmal 8 % aller Holzverarbeiter haben eine Kreissäge, die ganze Baumstämme schneiden kann. Deshalb sind Investitionen in neue und die Modernisierung alter Sägewerke längst überfällig.

 

Russlands Bauwirtschaft

Russlands Bausektor ist einer der dynamischsten Wirtschaftszweige. Der Wert der Bauleistungen lag 2007 bei fast 130 Mrd. US$. Die robuste Konjunktur im Land sorgt weiter für einen steigenden Bedarf an Wohnraum, Büro-, Lager- und Industriebauten. Außerdem kommt der Ausbau der Infrastruktur erst jetzt richtig in Gang. Zusätzlichen Schwung erhält die Branche durch die Milliardenprojekte in Sotschi, dem Ausrichtungsort der Olympischen Winterspiele 2014. Beeinträchtigt wird der Boom durch Lieferengpässe bei wichtigen Baustoffen und Baumaterialien.

 

 

Die Olympischen Winterspiele in Sotschi

Zum Zeitpunkt der Bewerbung für die Olympischen Winterspiele 2014 gibt es in Sotschi und dem in den Ausläufern des Kaukasus gelegenen Wintersportort Krasnaja Poljana nicht die nötige Infrastruktur für eine Olympiade. Alle 13 Sportstätten müssen in den nächsten Jahren gebaut werden. Eine Große Kraftanstrengung für die Stadt und die ganze Region.

Aber selbst bei einer Niederlage im Kampf um die Olympischen Spiele hätte das Schwarzmeer-Seebad profitiert. Mit Unterstützung der Russischen Regierung in Moskau hätte Sotschi auf jeden Fall seine Infrastruktur ausgebaut und zusätzliche Touristen angelockt, die das Baden im Meer mit Wintersport im Kaukasus kombinieren wollen.

Die Region hatte schon vor der Entscheidung des IOC vom russischen Staat Zusagen für finanzielle Unterstützung: Mit etwa 2 Milliarden Dollar wollte Moskau den Ausbau der Sommermetropole in ein Winterferienparadies unabhängig vom Ausgang der Bewerbung unterstützen. Jetzt werden es wohl 10-11 Milliarden Dollar. Viel Geld davon fließt aus privaten Töpfen der superreichen Industrieoligarchen. Riesige Großprojekte zum Ausbau der Schneeregion um Krasnaja Poljana sind bereits genehmigt und begonnen.

 

Links zur den Bildergalerien

Russlandreise Tichvin

Russlandreise Moskau

Russlandreise Sotschi

 

Pressebericht

Österreicher sind am Bau von Hotels in Sotschi interessiert... mehr lesen