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Über 400 Teilnehmer bei proHolz-Fachseminar in Serbien
23.11.2009

„Serbien war auf der Holzbau-Landkarte bisher ein ,weißer Fleck‘. Umso erfreulicher ist, dass sich offensichtlich ein großes Fachpublikum für unseren natürlichen Bau- und Werkstoff interessiert. Für die österreichischen Betriebe ist das eine enorme Chance“, ist LAbg. DI Heinz Gach, Obmann von proHolz Steiermark, überzeugt. Dabei ist Serbien ist ein sehr waldreiches Land. Zirka 27 % der Landesfläche sind mit Wald bedeckt – 88 % davon sind Laubwald. Die Hauptbaumarten in Serbien sind Buche (49 %), Eiche (13 %), Pappel (12 %) sowie Fichte und Tanne (8 %), der jährliche durchschnittliche Gesamtzuwachs beträgt 6,2 Mio. m³.

Das Fachseminar

Prof. Dr. Dragoslav Sumarac, Präsident der serbischen Bauingenieurkammer, stimmte in seinem Eröffnungsstatement die Teilnehmer auf die Thematik „Holzbau“ ein. Anschließend informierte DI Dr. Andreas Trummer von der Technischen Universität in Graz über neue Produkte für den modernen Holzbau – unter anderem stellte er den modularen Holzbau mit Brettsperrholz sowie spezielle Verbindungstechniken vor. Der nächste Referent, DI Werner Nussmüller, ging weiter in die Tiefe und berichtete über die architektonische Gestaltung und das Bauen mit System. Auch Architekt DI Wolfgang Pöschl zeigte anhand von ausgewählten Architekturbeispielen die Vorteile des modernen Holzbaus. Weiters präsentierten Vortragende aus Serbien die ersten umgesetzten Holzbaubeispiele aus ihrem Land – dabei handelte es sich hauptsächlich um Hallenbau und Dachkonstruktionen.

Serbien als Holzland

„Was die Holzbe- und Verarbeitung betrifft werden in Serbien vor allem Spanplatten, Schnittholz, Sperrholz, Furniere und Parkettböden produziert. Dabei sind über 56.000 Mitarbeiter in zirka 3.000 holzbe- und verarbeitende Betriebe tätig“, fasst LAbg. DI Heinz Gach die grundlegenden Fakten zusammen. Der einzige Betrieb, der in Serbien Brettschichtholz produziert, sei die Firma „Piramida“ mit 40 Mitarbeitern und einer Produktion von etwa 2500 m³ pro Jahr. Das Schnittholz für die Produktion wird großteils aus Österreich importiert, so der steirische proHolz-Obmann.

Serbiens Bauwirtschaft

In der serbischen Bauwirtschaft gibt es großen Nachholbedarf. Die Bauwirtschaft war bis zum Jahr 2008 ein dynamischer Sektor mit Bauleistungen im Wert von 1,3 Mrd. Euro. Diese Investitionen wirken sich auch auf den Wohnungsbau aus – dieser ist seit dem Jahr 2000 um 100 % gestiegen. Das Büro für urbane Planung in der Hauptstadt Belgrad hat einen Masterplan ausgearbeitet, wonach bis zum Jahr 2021 50.000 neue Wohnungen in Serbien gebaut werden sollen.

„Natürlich hat die Wirtschaftskrise auch Serbien erfasst. Die Zahl der Neubauten entwickelt sich langsamer als in den letzten Jahren und auch die politische Situation ist in diesem Land nicht einfach zu durchblicken. Aber wir sind überzeugt: Der gesamte südosteuropäische Raum wird sich in den nächsten Jahren, was den Bereich Holzprodukte und Holzbau betrifft, absolut positiv entwickeln. Unser Ziel ist es, Kontakte in diese Länder aufzubauen und zu pflegen, Lobbying für den Bau- und Werkstoff Holz zu betreiben und mit diesen und vielen anderen Maßnahmen den österreichischen Betrieben den Markteintritt erheblich zu erleichtern“ bringt Gach die Arbeit von proHolz auf den Punkt.

Nähere Informationen zum serbischen Markt sowie weitere Bilder erhalten Sie bei:
proHolz Steiermark

Mag. Petra Seebacher
seebacher@proholz-stmk.at
Tel.: +43(0)664/84 68 033